Offres
API
Connexion
Documents similaires
unknown - Métropole - Grand Nancy - Retrospective EFAN 2019
unknown - Métropole - Grand Nancy - Business Meeting
unknown - Métropole - Grand Nancy - Support RLPI Nancy PPA 1
unknown - Métropole - Grand Nancy - 2019 03 15 Declaration d
unknown - Métropole - Grand Nancy - Un nouvel instrument de
unknown - Métropole - Grand Nancy - Atelier 2 transformer le
unknown - Métropole - Grand Nancy - Retrospective EFAN 2018
unknown - Métropole - Grand Nancy - 54 RLPi Nancy Metropole
unknown - Métropole - Grand Nancy - 2018 02 Declaration de N
unknown - Métropole - Grand Nancy - RLPI Grand Nancy CR reun
unknown - Métropole - Grand Nancy - Retrospective EFAN 2019 DE
Document publié le Mardi 1 janvier 2019
Lien du pdf (unknown - Métropole - Grand Nancy - Retrospective EFAN 2019 DE)
Thèmes du document : Industrie, Investissement et développement économique, Grandes et moyennes entreprises,
NANCY IHR
PLATZ
IST HIER
© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS
de Nancy
Innovation im Dialog
Sous le haut patronage de
Monsieur Emmanuel MACRON
Président de la République
Unter der Schirmherrschaft von
Herrn Emmanuel MACRON
Präsident der Französischen Republik
14 & 15 mars 2019
14. und 15. März 2019
RÉTROSPECTIVE
RÜCKBLICKDEUTSCHENTRETIENS FRANCO-ALLEMANDS DE NANCY (EFAN)
14. UND 15. MÄRZ 2019 − −
ZWEI TAGE DIALOG, PERSPEKTIVEN UND DEBATTE
− −
EIN EVENT IN BEZUG AUF DIE TERRITORIALE UND EUROPÄISCHE ZUSAMMENARBEIT − −
EIN INSTRUMENT FÜR WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
− −
EIN BEITRAG ZU EINEM POSITIVEN EUROPÄISCHEN DISKURS
Von der Metropolregion ‚Grand Nancy‘ initiiert, verdeutlichen die „Entretiens de Nancy“ die Stärke der deutsch-französischen Beziehungen in die Notwendigkeit eines erneuerten europäischen Ehrgeizes, der an die Herausforderungen dieser Zeit angepasst ist und Werte für unseren Kontinent und seine Völker und für die Welt mit sich bringt.
Im Hinblick auf dauerhafte Innovation und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, die für die Souveränität unerlässlich sind, werden einige «neue Horizonte» Europas angesprochen.
Daher werden, durch die, in diesem Jahr von der öffentlichen Politik und den Wirtschaftssektoren, zwei ausgewählten Hauptbereiche „Gesundheit“ und „Wald und Holz“, Fragen zu Klimaschwerpunkten, digitalen Umbrüchen und der Revolution der künstlichen Intelligenz, dem Aufkommen neuer (Bio-) Materialien gestellt.11% ….|
5he de Nancy
PROGRAMM − −
DONNERSTAG, 14. MÄRZ 2019
CCI de Grand Nancy Métropole Meurthe-et-Moselle
9.00 - 9.45 Uhr Offizielle Eröffnung und Einführung in die Arbeiten.
− −
9.45 Uhr Der Vertrag von Aachen über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration:
Der Geist und die Inhalte des Vertrags sowie die Frage, was er wie ändern wird?
− −
11.00 - 15.30 Uhr Erster Themenblock:
Gesundheit, neue Werkstoffe, neue Intelligenz - eine neue Wirtschaft für eine neue Gesellschaft?
Fragen und Antworten aus Frankreich und Deutschland.
− −
16.00 - 17.45 Urh Zweiter Themenblock:
Holz- und Forstwirtschaft: die neuen unmittelbaren und künftigen
Herausforderungen.
Fragen und Antworten aus Frankreich und Deutschland.
− −
Ab 19.00 Uhr KKW-Party! Institut Goethe de Nancy
FREITAG, 15. MÄRZ 2019
CCI de Grand Nancy Métropole Meurthe-et-Moselle
12.45 Uhr Abschließende Diskussionsrunde und Präsentation der ERKLÄRUNG VON NANCY 2019.
Frankreich und Deutschland, Europa: die Regionen als Hort kollektiver Intelligenz.
− −
12.45 - 13.00 Uhr Danksagungen und Abschluss der Veranstaltung.André ROSSINOT,
ULLER-
‘eitende
1 Europarat
DONNERSTAG, 14. MÄRZ − −
9.00 - 9.45 Uhr
Offizielle Eröffnung und Einführung in die Arbeiten.
Eröffnung der Entretiens franco-allemands de Nancy 2019 durch Herrn André ROSSINOT, Präsident der Metropolregion Grand Nancy.
Grußworte des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer des Departements Meurthe-et- Moselle, François PELISSIER, und von Prof. Pierre MUTZENHARDT, Präsident der Universität Lothringen.
− − ERÖFFNUNGSVORTRÄGE − −
Vortrag der Stellvertreterin des Präsidenten des Regionalrats der Region Grand Est, Nicole MULLER- BECKER, Vizepräsidentin der Region Grand Est und in dieser Funktion für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Förderung der Mehrsprachigkeit zuständig.
Beitrag der Studierenden: Präsentation der Ergebnisse der Simulation eines Deutsch-Französischen Ministerrats durch Vertreter/-innen der Studierenden, zusammen mit Béatrice ANGRAND, Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks, und François LAVAL, Direktor des Deutsch-Französischen Europäischen Campus der Hochschule Sciences Po in Nancy.
9.45 Uhr
Der Vertrag von Aachen über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration: der Geist und die Inhalte des Vertrags sowie die Frage, was er wie ändern wird?
• Rolf MAFAEL, Botschafter, Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat und Generalkonsul in Straßburg.
• Jacques CHAMPAGNE de LABRIOLLE, Botschafter für die Regierungskommissionen, die Zusammenarbeit und die Grenzfragen im französischen Außenministerium, führt in den Vortrag von Rolf MAFAEL ein, indem er den Vertrag von Aachen in den Rahmen der Strategie Frankreichs für Europa und die Grenzregionen einordnet.9ftlichen und Medizinischen
Ininformatik an der
DONNERSTAG, 14. MÄRZ − −
11.00 - 15.00 Uhr
Erster Themenblock: Gesundheit, neue Werkstoffe, neue Intelligenz - eine neue Wirtschaft für eine neue Gesellschaft? Fragen und Antworten aus Frankreich und Deutschland.
Dieser Block wird unter Mitwirkung des Regionalen Universitätsklinikums Nancy (Centre Hospitalier Régional Universitaire, CHRU) erarbeitet. Einführung und Leitung durch Prof. Thomas FUCHS- BUDER vom CHRU Nancy und Prof. Hugo HÄMMERLE, Sprecher der Innovationsallianz Baden- Württemberg.
Die Themen, die anhand konkreter Beispiele behandelt werden, decken im Wesentlichen folgende Aspekte ab:
• Europäische und insbesondere deutsch-französische Kooperationen im zunächst nationalen politischen Kontext, allerdings mit Instrumenten zur gemeinsamen Nutzung.
• Wege vom Labor in die Betriebe, Entwicklung und Produktion neuer Güter nach dem Vorbild der Biowerkstoffe.
• Digitalisierung und Gesundheit (dynamische Weiterentwicklung der mobilen Medizin mit dem Internet der Dinge und integrierte medizinische Versorgung, aber auch Aspekte wie das Vertrauen in den Datenschutz).
• Von der angewandten künstlichen Intelligenz zur Medizin.
• Zugang zur Medizin und zu Gesundheit für alle Regionen.
− − REFERENTEN − −
• Prof. Philipp SLUSALLEK, wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI (Saarland), Initiator des Bündnisses CLAIRE (Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence Research in Europe) auf deutscher Seite, das darauf abzielt, mit einer europaweiten CERN-ähnlichen Initiative ein Netzwerk von Forschungszentren mitsamt einer zentraler Einrichtung mit einer „Google-artigen“ Infrastruktur aufzubauen.
• Prof. Katja SCHENKE-LAYLAND, Leiterin des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts NMI an der Universität Tübingen (Baden-Württemberg), Mitglied der Zentralen Ethik- Kommission für Stammzellenforschung, Professorin an der University of California UCLA (Los Angeles).
• Prof. Dr. Nico PFEIFER, Professor für Methoden der Medizininformatik an der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, die an dem Verbundforschungsvorhaben „PRIMO“ (personalisierte Medizin für maßgeschneiderte Krebstherapien) beteiligt ist, an dem unter Leitung des Hahn-Schickard-Instituts für Mikroanalysesysteme in Freiburg das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen (NMI) und das FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe zusammenarbeiten. Ebenfalls vertreten sein wird das Projekt DIFUTURE, Data Integration for Future Medicine, an dem das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg mitwirkt.
Erste Vortrags- und Frage-Antwort-Runde mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Diskussion zwischen den Referentinnen und Referenten. Einführung und Leitung durch Catherine STRASSER, Leiterin des virtuellen Krankenhauses Nancy.11ersuchs- und Forschungsanstalt
ires für die Region
ht
n Braunschweig
In von
lung
DONNERSTAG, 14. MÄRZ − −
16.00 - 17.45 Urh
Zweiter Themenblock: Le bois, la forêt : les nouveaux enjeux pour l’immédiat et le futur. Interrogations et réponses de France et d’Allemagne.
Dieser Block wird unter Mitwirkung des INRA Grand Est und des Centre Nancy d’AgroParisTech erarbeitet. Einführung und Leitung durch Dr. Erwin DREYER, Präsident des auf Agrarforschung spezialisierten Forschungszentrums INRA Est.
Die Themen, die anhand konkreter Beispiele behandelt werden, decken im Wesentlichen folgende Aspekte ab:
• Struktur der Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland und der Wertschöpfungsketten, zum Beispiel in Baden-Württemberg.
• Prioritäten in Forschung und Innovation, u. a. die neuen biobasierten Werkstoffe und die wirtschaftlichen Perspektiven deutsch-französischer Projekte für die Unternehmen und Gebietskörperschaften.
• Forstwirtschaft und Digitalisierung: Kartierung, dynamische Bestandsaufnahme, Simulationen.
• Ökosystemdienstleistungen für die Gesellschaft (und deren Monetarisierung), Orte mit mehreren Nutzungsmöglichkeiten und kollektiver Intelligenz.
• Anpassung an die Klimaveränderungen und Beitrag zur Bekämpfung ihrer Ursachen und Folgen.
• Mobilisierung von Akteuren auf regionaler Ebene und vorbildliche Initiativen.
− − REFERENTEN − −
• Prof. Konstantin von TEUFFEL, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden- Württemberg (FVA).
• Patrick FRANÇOIS, Direktor der Caisse des Dépôts (CDC)/Banque des Territoires für die Region Grand Est, und NN, Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
• Georg SCHIRMBECK, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Der DFWR spricht als gemeinsame Dachorganisation der Verbände der deutschen Forstwirtschaft im Namen von rund zwei Millionen privaten und öffentlichen Waldbesitzern, die das grüne Drittel Deutschlands, das heißt 11,5 Millionen Hektar, nachhaltig pflegen und bewirtschaften. Der DFWR arbeitet aktiv an der Frage des finanziellen Ausgleichs für Naturschutzleistungen im Wald.
• Prof. Bohumil KASAL, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung in Braunschweig (Forschung, Beratung, Werkstoff- und Verfahrenswissenschaften, Messungen).
Frage-Antwort-Runde mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern; Diskussion zwischen den Referentinnen und Referenten. Einführung und Leitung durch Dr. Meriem FOURNIER, Leiterin von AgroParisTech – Centre de Nancy, mit Beteiligung von Prof. Alain CELZARD, Leiter der Abteilung „Nanomatériaux, Electronique Et Vivant (N2EV)“ am Institut Jean Lamour.13Jean-Luc MARX.
DONNERSTAG, 14. MÄRZ − −
Ab 19.00 Uhr
Institut Goethe de Nancy
KKW-Party!
Anwesend sein wird der Präfekt der Region Grand Est Jean-Luc MARX.
Eine Abendveranstaltung in geselligem Rahmen, die ganz im Zeichen der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) steht - gemeinsam organisiert mit dem Goethe-Institut und unter Mitwirkung der Französischen Botschaft in Deutschland.15André ROSSINOT, Prasident der Metropolregion Grand
Tobias HANS, Ministerprasident des Saarlandes.
nemaliger Minister.
rthe-et-Moselle.
de Zusammenarbeit
aint-
it der CCI Grand Est.
FREITAG, 15. MÄRZ − −
10.30 - 12.45 Uhr
Abschließende Diskussionsrunde und Präsentation der ERKLÄRUNG VON NANCY 2019 Frankreich und Deutschland, Europa: die Regionen als Hort kollektiver Intelligenz.
Podiumsdiskussion unter der Leitung von André ROSSINOT, Präsident der Metropolregion Grand Nancy.
Zur Teilnahme an der Diskussion auf dem Podium und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind eingeladen:
• Ammar ALKASSAR, Bevollmächtigter für Innovation und Strategie in der Staatskanzlei des Saarlandes, in Stellvertretung von Tobias HANS, Ministerpräsident des Saarlandes.
• Laurent HENART, Bürgermeister von Nancy, ehemaliger Minister.
• Mathieu KLEIN, Präsident des Departementrats Meurthe-et-Moselle.
• Thomas LINNERTZLINNERTZ, Präsident der für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes Rheinland-Pfalz.
• Christiane STAAB, Bürgermeisterin von Walldorf (Baden-Württemberg), Partnerstadt von Saint- Max und Sitz von zwei international tätigen und innovationsstarken Unternehmen.
• Gilbert STIMPFLIN, Präsident der CCI Grand Est.17SV
© métropole Les entretiens
FRANCO-ALLEMANDS GrancNancy de Nancy Eurocité humaine ==
Innovation im Dialog
19
Erklärung von Nancy
15. März 2019
Unter der Schirmherrschaft
von Emmanuel MACRON
Präsident der Französischen Republik© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS de Nancy
Innovation im Dialog
métropole
GranNancy Eurocité humaine =
le in der Staatskanzlei
ANS
‘rmeister von Nancy,
urthe-et-Moselle,
1nmer CCI der Region
21
Die vorliegende Erklärung präsentierte André ROSSINOT, Präsident der Metropolregion Grand Nancy und ehemaliger Minister, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der zweiten Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy nach der abschließenden Diskussionsrunde, an der folgende Personen teilnahmen:
− − M. Ammar ALKASSAR, Bevollmächtigter für Innovation und Strategie in der Staatskanzlei
des Saarlandes, beim Ministerpräsidenten des Saarlandes Tobias HANS
− − M. Laurent HENART, ehemaliger Minister, Bürgermeister von Nancy,
− − M. Mathieu KLEIN, Präsident des Departementrats Meurthe-et-Moselle,
− − M. Thomas LINNERTS, Präsident der für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes Rheinland-Pfalz,
− − Mme Christiane STAAB, Bürgermeisterin von Walldorf (Baden-Württemberg),
Partnerstadt von Saint-Max und Sitz von zwei international tätigen und innovationsstarken Unternehmen,
− − M. Gilbert STIMPFLIN, Präsident der Industrie- und Handelskammer CCI der Region
Grand Est.(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
Im April 2017 beschloss die Métropole du Grand Nancy, ihre Metropolregion ganz gezielt zu einem Ort für die konkrete Gestaltung des deutsch-französischen Dialogs zu machen. Ausschlaggebend war dabei die Überlegung, dass sich die Zukunft Europas im Kontext von Brexit und zunehmendem Populismus gerade in unseren beiden Ländern entscheiden könnte.
Aus diesem Entschluss sind die Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy entstanden, die mit maßgeblicher Unterstützung aller Kommunen der Metropolregion, die eine deutsche Partnergemeinde haben, sowie aller ihrer Partner in den Bereichen Hochschulwesen, Forschung, Innovation und Kultur realisiert wurden. Zu diesen Partnern gehören in erster Linie die Universität Lothringen, der Deutsch-Französische Europäische Campus der Pariser Hochschule Sciences Po in Nancy und das Goethe-Institut Nancy.
Im Anschluss an die ersten Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy legten der Präsident der Metropolregion Grand Nancy, André Rossinot, und eine Reihe von Persönlichkeiten, die Gebietskörperschaften in Frankreich und Deutschland vertreten, am 23. Februar 2018 die „Erklärung von Nancy“ vor.
In diesem Dokument, das den beiden Regierungen mit Blick auf die Unterzeichnung des Vertrags von Aachen übermittelt wurde, werden die Deutsch-Französischen Gespräche von Beginn an als ein Ort und eine Gelegenheit für einen neuartigen Dialog positioniert, der auf konkrete, neue und lokale Kooperationen ausgerichtet ist, die für die Metropolregion von Nutzen sind und dazu beitragen, die Region Grand Est zu einer Basis für die deutsch- französischen Beziehungen zu machen.
In diesem Sinne wurden im Rahmen der Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy 2018 die Möglichkeiten für eine Annäherung der in Frankreich und Deutschland herausragenden Ökosysteme im Bereich von vier großen Themenkomplexen aufgezeigt, in denen sich neue Wege für die Wissenschaft und die Gesellschaft eröffnen könnten: die Gesundheit, die neuen Werkstoffe, Cybersicherheit/Digitalisierung und die Kultur- und Kreativwirtschaft.
Auch die zweiten Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy stellen die Stärke der deutsch-französischen Beziehungen wieder konsequent in den Dienst der notwendigen Erneuerung der europäischen Idee, die es an die Herausforderungen unserer Zeit anzupassen gilt und die wichtige Werte für unseren Kontinent, seine Menschen und für die gesamte Welt vermittelt.
Unter dem Gesichtspunkt kontinuierlicher nachhaltiger Innovation und dauerhafter Wettbewerbsfähigkeit, die beide unverzichtbar für die Souveränität sind, wurden bei den Gesprächen von Nancy 2019 einige der „neuen Horizonte“ für Europa behandelt. So boten die zwei ausgewählten großen Politikfelder und Wirtschaftssektoren Gesundheit sowie Wald und Holz die Gelegenheit, die drängenden Klimafragen, die mit der Digitalisierung einhergehenden Umwälzungen, die Revolution auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz sowie das Aufkommen von neuen Werkstoffen bzw. Biowerkstoffen zu erörtern.(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
23
Dabei wurde angesichts der Schwierigkeit, die sich hieraus zwangsläufig ergebenden langfristigen Politikansätze zu erklären und umzusetzen, der Weg weiter beschritten, den die Gebietskörperschaften und ihre Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in Frankreich und Deutschland seit Jahrhunderten verfolgen: Es gilt, der alltäglichen Notwendigkeit gerecht zu werden, einen Dialog zu führen und sich jederzeit im Dienste des Gemeinwohls der kollektiven Intelligenz zu bedienen.
Als Rahmen für einen Dialog, den Austausch von Expertenwissen, für Innovation sowie für konkrete, neue und lokale Kooperationen geht von den Deutsch-Französischen Gesprächen von Nancy auch eine deutliche Botschaft an die beiden Länder aus, mit der ihre im Vertrag von Aachen zum Ausdruck gebrachte Überzeugung unterstützt wird, „dass die enge Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich für eine geeinte, leistungsfähige, souveräne und starke Europäische Union entscheidend gewesen ist und ein unverzichtbares Element bleibt“.
Mit Blick auf den Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration („Vertrag von Aachen“) erklären wir somit, dass:
wir uns dessen erste Prämisse zu eigen machen und sie uneingeschränkt teilen: „in Anerkennung der historischen Errungenschaft der Aussöhnung zwischen dem deutschen und dem französischen Volk, zu welcher der Vertrag vom 22. Januar 1963 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit einen außerordentlichen Beitrag geleistet hat und aus der ein beispielloses Geflecht bilateraler Beziehungen zwischen ihren Zivilgesellschaften und staatlichen Stellen auf allen Ebenen entstanden ist“.
Mehr noch als über die neue Etappe freuen wir uns über den neuen Elan und die neuen Ausrichtungen, die mit dem Vertrag von Aachen verbunden sind, weil Frankreich und Deutschland hier ihre:
„Überzeugung [kundtun], dass es an der Zeit ist, ihre bilateralen Beziehungen auf eine neue Stufe zu heben und sich auf die Herausforderungen vorzubereiten, vor denen beide Staaten und Europa im 21. Jahrhundert stehen, und mit dem Ziel, die Konvergenz ihrer Volkswirtschaften und ihrer Sozialmodelle zu erhöhen, die kulturelle Vielfalt zu fördern und ihre Gesellschaften und ihre Bürgerinnen und Bürger enger zusammenzubringen“.
In der Erklärung von Nancy 2018 wurde für die Schaffung gemeinsamer deutsch- französischer Handlungsfelder plädiert (Gesundheit, Kultur, Digitalisierung) – als ein effektives Mittel, um die allgemeine Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten zum Nutzen der Europäischen Union zu vertiefen und zu diversifizieren. Wir begrüßen die im Vertrag von Aachen enthaltenen Fortschritte und möchten einen Beitrag dazu leisten, sie mit Leben zu erfüllen:
„Beide Staaten erkennen die entscheidende Rolle an, die die Kultur und die Medien für die Stärkung der deutsch-französischen Freundschaft spielen. Daher sind sie entschlossen, für ihre Völker einen gemeinsamen Raum der Freiheit und der Chancen sowie einen gemeinsamen Kultur- und Medienraum zu schaffen.“O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
„Beide Staaten verstärken ihre Zusammenarbeit im Bereich der Forschung und des digitalen Wandels, einschließlich der Themen Künstliche Intelligenz und Sprunginnovationen. Sie werden sich für ethische Leitlinien für neue Technologien auf internationaler Ebene einsetzen. Sie rufen deutsch- französische Initiativen zur Förderung von Innovationen ins Leben, die offen für eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene sind. Beide Staaten werden einen Koordinationsprozess und eine gemeinsame Finanzierung einrichten, um gemeinsame Forschungs- und Innovationsprogramme zu fördern.“
Die Erklärung von Nancy 2018 rief „die beiden Staaten dazu auf, unter Beachtung ihrer jeweiligen institutionellen Verfasstheit die Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften zu fördern und zu unterstützen. Die jeweiligen Kooperationen befördern insbesondere in den grenznahen Gebieten die Annäherung der Gesellschaften und der Bürgerinnen und Bürger und beschleunigen Anpassungen, Innovationen, Wachstum und die Verbesserung des Gemeinwohls.
Daher begrüßen wir ganz ausdrücklich das gesamte Kapitel 4 des Vertrags von Aachen mit dem Titel „Regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit“.
Die Metropolregion Grand Nancy ist eines der größten Gebiete in der Region Grand Est, der einzigen an Deutschland grenzenden französischen Region, und daher in besonderer Weise von den Übereinkünften in den Artikeln 13 bis 16 des Vertrags von Aachen betroffen (Förderung von Kooperationen, Beseitigung von Hindernissen; Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit; Förderung der Zweisprachigkeit; Erleichterung der Mobilität durch die Verknüpfung der digitalen und physischen Netze). Sehr positiv nimmt die Metropolregion darüber hinaus auch die Anregung in Artikel 17 zur „dezentralisierten Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften [auf], die nicht an der Grenze liegen. Sie [die beiden Staaten] setzen sich dafür ein, Initiativen dieser Gebietskörperschaften, die in diesen Regionen umgesetzt werden, zu unterstützen“. Dieses Anliegen ist als besonders zweckmäßig zu bewerten, da es um Initiativen im Bereich der oberzentralen Dienstleistungsfunktionen geht, wie beispielsweise Forschung und Innovation, die im Vertrag von Aachen als prioritär angesehen werden (siehe Artikel 21).
Diese Übereinkünfte wurden seitens der Metropolregion Grand Nancy in ihrer strategischen Entscheidung, sich in Richtung Deutschland zu orientieren, bestätigt und bestärkt, was zugleich auch für ihren Beitrag zur grenzüberschreitend konzipierten Politik der Region Grand Est gilt, „einen europäischen Raum der Wirtschaftsentwicklung“ anzustreben.O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
25
In der Erklärung von Nancy 2018 wurde zusammen mit den Gemeinden der Metropolregion, die Partnerschaften mit deutschen Städten haben, auch festgestellt, „dass die zwischenmenschlichen Beziehungen die Basis jeder Partnerschaft und die Säule der deutsch-französischen Beziehungen sind“. Daher erachten wir es als äußerst begrüßenswert und zweckmäßig, dass die beiden Staaten
„einen gemeinsamen Bürgerfonds [einrichten], der Bürgerinitiativen und Städtepartnerschaften fördern und unterstützen soll, um ihre beiden Völker einander noch näher zu bringen“, und der das Budget und die Aktionen des DFJW für die Jugend ergänzen wird.
Wir haben die konkreten Vorschläge, die 2018 im Zuge der Erörterung der vier Themenfelder auf der Tagesordnung der ersten Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy erarbeitet wurden, wiederaufgegriffen:
− − Digitalwirtschaft und Cybersicherheit (deutsch-französische Cloud)
− − neue Werkstoffe (binationale Einrichtung),
− − Gesundheit (gemeinsame Plattform für ethische Fragen/Datenzugang,
− − Kultur- und Kreativwirtschaft (Urheberrechte).
Wir freuen uns über die Fortschritte sowohl auf deutsch-französischer als auch auf europäischer Ebene und sprechen uns dafür aus, dass sie von allen jeweils zuständigen Akteuren konkret umgesetzt werden.
Im Hinblick auf die Ergebnisse der Entretiens franco-allemands de Nancy 2019, die durchgeführten Arbeiten:
• im Rahmen des deutsch französischen Ministerrates der Studenten,
• bei intensiven Treffen zwischen Forschern aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Neue (Bio-)Materialien, Forstwirtschaft, Waldbau und Holz,
• in öffentlichen Sequenzen und Debatten,
haben Beobachtungen und Vorschläge enthüllt, die wir der französischen und deutschen Regierung, der Europäischen Kommission, den nationalen und europäischen Parlamenten sowie der im März 2019 gegründeten und eingesetzten deutsch-französischen Parlamentarischen Versammlung zur Kenntnis bringen:
1. Wir unterstützen die Entschlossenheit und Bereitschaft der Forscherinnen und Forscher aus Frankreich und Deutschland, die im Rahmen der Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy 2019 zusammengekommen sind, in den Bereichen Forschung und Innovation zusammenzuarbeiten, und begrüßen, dass sie einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer jeweiligen Region leisten möchten1.
1 Die Position der Forscher in den Bereichen Künstliche Intelligenz, neue (Bio-)Materialien, Forstwirtschaft, Forstwirtschaft und
Holz ist dieser Erklärung als integraler Bestandteilbeigefügt.O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
26
2. Wir stellen diesbezüglich fest, dass es Aufgabe der öffentlichen Hand auf lokaler Ebene ist, für die jeweilige Gebietskörperschaft die Rahmenbedingungen zu schaffen, die für Kooperation und Innovation geeignet sind. Vor diesem Hintergrund geht es darum, sich bei den Überlegungen, Strategien und politischen Maßnahmen sowie bei der europäischen, nationalen und regionalen finanziellen Förderung auf eine geeignete neue Ebene zu fokussieren, nämlich die eines großen europäischen funktionalen Raums, der die gesamte Region Grand Est, Baden-Württemberg, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Wallonien sowie – von Fall zu Fall – die grenznahen Kantone der Schweizerischen Eidgenossenschaft umfassen sollte..
3. In diesem Sinne wird der Vorschlag aufgenommen, für diesen Raum ein Kompetenznetzwerk im Bereich der künstlichen Intelligenz aufzubauen, das de facto international ausgerichtet wäre und sich möglicherweise zunächst auf die Gesundheit als europäisches Gemeingut ausrichten und spezialisieren könnte. Der im Rahmen der Simulation des Deutsch-Französischen Ministerrats vorgeschlagene „Deutsch- Französische Rat für die Einhaltung der Menschenrechte und ethischer Grundsätze im Bereich der künstlichen Intelligenz“ könnte parallel hierzu eingerichtet werden (für den Fall, dass es keinen entsprechenden europäischen Rat geben sollte).
4. Wir begrüßen es, dass diese Leitlinien mit denen des Kooperationsabkommens zwischen der Versammlung der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern und der Industrie- und Handelskammer des Fernen Ostens «im Hinblick auf eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Technologietransfer, Innovation und internationale Angelegenheiten» übereinstimmen.
5. Wir teilen die Ungeduld, die von den Studierenden bei der Simulation des Deutsch- Französischen Ministerrats1 und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den öffentlichen Programmpunkten der Gespräche von Nancy dahingehend zum Ausdruck gebracht wurde, dass die Politik der öffentlichen Hand in diesem europäischen funktionalen Raum – zumindest in den französischen und deutschen Teilen – die drängenden Klimafragen aufgreift und neue Wege beschreitet. Auf der Ebene dieses europäischen funktionalen Raums kann das Handeln der öffentlichen Hand spürbare Effekte haben und Antworten sowie untereinander abgestimmte Lösungen für die zentralen Herausforderungen insbesondere beim Klima und bei der Mobilität liefern und miteinander verschränken.
6. Wir möchten die Zweckmäßigkeit der Feststellungen und Vorschläge hervorheben, die in der „Charta zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der deutsch-französischen Wälder und der Wettbewerbsfähigkeit der Forst- und Holzwirtschaft“ 2 aufgeführt sind: (1) Das bilaterale Engagement im Kampf gegen die globale Erwärmung verstärken (multifunktionaler Wald); (2) Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren verbessern (Einrichtung eines deutsch-französischen Lehrstuhls); (3) Die Bevölkerung sensibilisieren und informieren (Ökotourismus); (4) Den Prozess der Harmonisierung von Naturräumen fördern; (5) Die Nutzung der Ressource Holz optimieren und weiterentwickeln (neue Absatzmärkte und Ersetzen kohlenstoffhaltiger Produkte durch biobasierte Produkte). Wir bitten die jeweils zuständigen Behörden, geeignete Kommentare und Antworten beizutragen.
1 Die Zusammenfassung der Entscheidungen über die Simulation des Deutsch-Französischen Ministerrates wird im Anschluss an
diese Erklärung zusammengefasst, zu der sie integraler Bestandteil ist.
2 Die «Deutsch-Französische Charta für die Widerstandsfähigkeit der Wälder und die Wettbewerbsfähigkeit des Holzsektors» wird
allen digitalen Einreichungen beigefügt.O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
27
7. Wir betonen, dass es absolut sinnvoll ist, auf der Ebene des vorstehend genannten Raums einen koordinierten Ansatz bei der Forschung und Entwicklung im Zusammenhang mit Buchenwäldern und Buchenholz zu verfolgen – einem gemeinsamen Reichtum, der unzureichend gewürdigt und genutzt wird..
8. Wir werden den in den beiden Ländern zuständigen nationalen Einrichtungen – der Fédération des Associations Franco-Allemandes pour l’Europe und der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa – das innovative Konzept der Studierenden für „Städtepartnerschaftstage“ vorlegen. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, die in allen französischen und deutschen Partnerstädten an einem bestimmten Wochenende stattfinden soll. Darüber hinaus werden den besagten Einrichtungen auch die übrigen Vorschläge zu diesem Thema übermittelt, die sich insbesondere im Hinblick auf die Mobilisierung der Zivilgesellschaften in die Umsetzung des Vertrags von Aachen einbeziehen ließen.
9. Die dritten Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy, die für den 13. und 14. Februar 2020 geplant sind, werden die Gelegenheit bieten:
• die konkrete Umsetzung der in beiden Ländern zu verzeichnenden politischen Fortschritte zu bewerten (insbesondere die Umsetzung des neuen Vertrags von Aachen und die Einrichtung neuer Organe wie beispielsweise der Deutsch- Französischen Parlamentarischen Versammlung und des Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit)
• Bilanz zu ziehen zu allen wissenschaftlichen und technologischen Kooperationen, die bei den Deutsch-Französischen Gesprächen von Nancy ihren Anfang genommen haben
• das Follow-up der vorstehenden Feststellungen und Vorschläge zu präsentieren
Die Zusammenfassung der Beschlüsse der Simulation des Deutsch-Französischen Ministerrats folgt im Anschluss an diese Erklärung als einer ihrer integralen Bestandteile. Die „Charta zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der deutsch-französischen Wälder und der Wettbewerbsfähigkeit der Forst- und Holzwirtschaft“ wird allen auf elektronischem Wege erfolgenden Sendungen angehängt.O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
29
ANHANG 1 Zusammenfassung der Beschlüsse der Simulation des Deutsch-
Französischen Ministerrats (12. und 13. März 2019)métropole OFAJ
Ou Gene SciencesPo DE Eurocité humaine =
ZUSAMMENFASSUNG DER BESCHLÜSSE DER SIMULATION DES
DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN MINISTERRATS (12. UND 13. MÄRZ 2019)
Die wichtigsten Vorschläge zur Aufnahme in die Erklärung von Nancy 2019
− −
Holz und Wald
Um auf die großen Herausforderungen in der Forst- und Holzwirtschaft in Frankreich und Deutschland zu reagieren, haben wir eine Charta zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Wälder an der deutsch-französischen Grenze und der Wettbewerbsfähigkeit der Forst- und Holzwirtschaft vorgeschlagen, mit der fünf Ziele angestrebt werden: (1) Das bilaterale Engagement im Kampf gegen die globale Erwärmung verstärken (multifunktionaler Wald); (2) Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren der Forst- und Holzwirtschaft auf allen Ebenen verbessern (Einrichtung eines deutsch-französischen Lehrstuhls und strategischer Zusammenschluss der kleinen forstwirtschaftlichen Betriebe); (3) Die Bevölkerung sensibilisieren und informieren (Ökotourismus); (4) Den Prozess der Harmonisierung von Naturräumen fördern; (5) Die Nutzung der Ressource Holz optimieren und weiterentwickeln (neue Absatzmärkte für die Endprodukte und Ersetzen der Produkte auf Basis fossiler Energieträger durch Holzprodukte).
Gesundheit und künstliche Intelligenz
Das französische und das deutsche Gesundheitssystem stehen vor denselben Problemen. Dabei geht es insbesondere um die Bevölkerungsalterung, die Zunahme chronischer Krankheiten und die stark steigende Zahl von Gebieten, in denen keine ausreichende medizinische Versorgung mehr gewährleistet ist. Die beiden Länder nutzen ihr Potenzial bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz nur unzureichend, obwohl gerade dieser Bereich von Nutzen für das Gesundheitssystem sein könnte. Der Datenaustausch und die gemeinsame Nutzung von Forschungszentren stellen eine erhebliche Chance dar, die in den beiden Ländern vorhandenen Kapazitäten einzusetzen, um Verbesserungen bei ihren unterschiedlichen Problemfeldern zu erreichen. Daher schlagen wir zwei Projekte vor: (1) Die Einrichtung eines Deutsch-Französischen Rats für die Einhaltung der Menschenrechte und ethischer Grundsätze im Bereich der künstlichen Intelligenz, dessen Aufgabe es wäre, gemeinsame Regeln für die Nutzung der künstlichen Intelligenz zu erarbeiten, und der die Forschungseinrichtungen, die Regierungen in Frankreich und Deutschland, die Wirtschaftsakteure und auch die Verbraucher einbeziehen sollte. (2) Die Einrichtung eines deutsch-französischen Forschungsinstituts. Ein solches Institut stünde auch mit einem für 2020 bereits geplanten Projekt im Einklang.métropole OFAJ
Ou Gene SciencesPo DE Eurocité humaine =
31
Konkret sollte die Aufgabe dieses Instituts darin bestehen, (a) eine elektronische Plattform einzurichten, die einen Austausch anonymisierter Patientendaten ermöglicht, um die Forschung auf dem Gebiet der KI im Gesundheitssektor voranzutreiben; (b) eine gemeinsame Forschungsabteilung zu schaffen, die den Austausch der Ergebnisse und die Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten erleichtern wird. Darüber hinaus wird dieses Forschungsinstitut auch einen Beitrag dazu leisten, die Effizienz der Mittelverwendung zu verbessern, da es ermöglicht, die in den beiden Ländern vorhandenen Kapazitäten zu bündeln.
Kollektive Intelligenz
Um Verbesserungen bei der kollektiven Intelligenz zu erreichen, geht es bei unserem Vorhaben in erster Linie um eine Veranstaltung, die in allen französischen und deutschen Partnerstädten an einem bestimmten Wochenende stattfinden soll. An den „Städtepartnerschaftstagen“ sollen Künstlerinnen und Künstler, Unternehmen und Persönlichkeiten der jeweiligen Partnerstadt teilnehmen. Parallel hierzu könnte jede Partnerstadt eine Vertreterin/einen Vertreter zu einem Partnerstädte-Festival entsenden, um die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger zu vermitteln. Eine solche Veranstaltung könnte am Jahrestag des Vertrags von Aachen bzw. Élysée-Vertrages stattfinden. Parallel hierzu sollten die Multi-Stakeholder-Kooperationen gestärkt werden, um alle Vereine, Think Tanks und deutsch-französischen Agenturen in einer deutsch-französischen Sammelbewegung von Akteuren zusammenzuführen, die sich dauerhaft für die deutsch- französische Zusammenarbeit einsetzen.
Gegenwärtig sind diese Akteure noch nicht bekannt genug. Auf eine solche Allianz von Akteuren sollte auch die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden. Hierzu bietet sich eine innovative und gut konzipierte Plattform an, auf der die Bürgerinnen und Bürger über alle lokalen Projekte berichten können, die bei ihnen erfolgreich umgesetzt werden, und auf der jeder darüber abstimmen kann, ob diese Projekte in anderen Städten oder gar auf nationaler Ebene eingeführt werden sollen. Darüber hinaus könnten die Unternehmen dort Praktika inserieren und Stellenangebote veröffentlichen. Des Weiteren würde auf einer solchen Plattform über einen YouTube-Kanal ein deutsch-französischer Infosender angeboten. Getragen würde ein solches Projekt vom deutschen und vom französischen Staat sowie von einem Netzwerk aus Referentinnen und Referenten und unpolitischen NGOs.métropole OFAJ
Ou Gene SciencesPo DE Eurocité humaine =
Kultur- und Kreativwirtschaft und Mobilisierung der Akteure auf regionaler Ebene
− − 1. Die Angebote im Bereich der beruflichen Bildung: Unter Berücksichtigung der
aktuellen Probleme wie beispielsweise der Arbeitslosigkeit in den grenznahen französischen Regionen und dem Arbeitskräftemangel in Deutschland schlagen wir vor, die Angebote im Bereich der beruflichen Bildung durch die Mobilisierung der Akteure auf regionaler Ebene auszubauen. Angesichts des großen Erfolgs der deutsch- französischen Doppelabschlüsse wie zum Beispiel dem AbiBac oder den Programmen der Deutsch-Französischen Hochschule sollte das Ziel darin bestehen, insbesondere diejenigen französischen und deutschen Unternehmen, die Niederlassungen in beiden Ländern haben, zu ermutigen, Praktika und zweisprachige Aus- und Weiterbildungen anzubieten, die für die Arbeitskräfte eventuell zu einem deutsch-französischen Doppelabschluss führen. Solche Angebote im Bereich der beruflichen Bildung könnte es in der Industrie und in der Kultur- und Kreativwirtschaft geben.
− − 2. Die Mobilität: Da die Kosten der Zugtickets und die Schwierigkeiten beim Kauf
von Fahrscheinen häufig ein Hindernis für die Mobilität zwischen Frankreich und Deutschland darstellen, planen wir, eine „deutsch-französische Bahncarte“ einzuführen, die vor allem für Studierende und Arbeitskräfte gedacht sein soll, die regelmäßig zwischen den beiden Ländern pendeln. Für die Jugendlichen unter 25 Jahren möchten wir auch ein deutsch-französisches Projekt „Interrail Dékouwärte“ ins Leben rufen.
− − 3. Eine deutsch-französische App: Um das Wissen aller Bürgerinnen und Bürger in
Frankreich und Deutschland über die kulturelle Zusammenarbeit zu erweitern und ein Interesse für die Kultur des Nachbarn zu schaffen, rufen wir die Regierungen beider Länder dazu auf, die Entwicklung einer entsprechenden App finanziell zu unterstützen und diese Projektidee zu konkretisieren.
Eine solche App könnte verschiedene Kategorien umfassen, wie zum Beispiel „Einen Tandempartner finden“, „Stellenangebote/-gesuche“, „Events und Kultur“ oder „Medien“. Die Medien (z. B. ARTE) könnten von dieser App besonders profitieren, da sie eine Plattform bietet, um Jugendliche zu erreichen.
− − 4. Entwicklungshilfe und Umwelt: Angesichts des Klimawandels ermutigen wir die
Regierungen in Frankreich und Deutschland, ihre Zusammenarbeit im Deutsch- Französischen Umweltrat zu verstärken. In diesem Zusammenhang weisen wir insbesondere auf die Notwendigkeit hin, die Maßnahmen in folgenden beiden Bereichen miteinander zu verbinden: Kampf gegen den Klimawandel und Entwicklungshilfe. Eine bessere Abstimmung zwischen den politischen Konzepten Frankreichs und Deutschlands und die Auswahl von Projekten, die vorrangig unterstützt werden sollten, dürfte der Zusammenarbeit in diesen Bereichen zugutekommen. Ein besonders wichtiges Thema ist die absolute Notwendigkeit, für eine optimale Wasserqualität zu sorgen. Ein weiteres ehrgeiziges Projekt der Umweltpolitik besteht darin, sich für ein Verbot des Verkaufs von Plastiktüten in allen Geschäften in Frankreich und Deutschland einzusetzen.métropole : OFAJ
Eurocité humaine =
ur, Université de Lorraine
‘ersité de Lorraine
aine
iropaischen
Jniversité de Lorraine
rsitat Berlin
es Po
ces Po
ces Po
Sciences Po
'arisTech
[Universität Freiburg
, Universität Eichstädt
:s PO
PO
ces Po
ciences Po
_orraine
ssau
20
s Po
33
Teilnehmerliste
− − Betreuer
Matthieu GISSELBRECHT, Doktorand, InstitutJean Lamour, Université de Lorraine Nils-Frederik GILLMEISTER, Doktorand, INTERPSY, Université de Lorraine Nicolas FURNON, Doktorand, LORIA, Université de Lorraine
Johannes CALISKAN, Referent für internationale
,Angelegenheiten, Metropolregion Grand Nancy
François LAVAL, Direktor des Deutsch-Französischen Europäischen Campus der Hochschule Sciences Po in Nancy
Sandra SCHMIDT, Cheffe de bureau par intérim, OFAJ
− − Studierende
Sciences Po Nancy / OFAJ-DFJW
Gesundheit und KI
Lara Kristin TAPPERT, Université de Lorraine
Tugce SCHMITT, Universität Berlin
Pauline ZAPKE, Sciences Po
Licinia GUETTEL, Sciences Po
Zina MEKOUAR, Sciences Po
Cosima SAGMEISTER, Sciences Po
Holz und Wald
Sandrine BRETEAU-AMORES, INRA, AgroParisTech
Gabriel HUGONIOT, Université de Strasbourg/Universität Freiburg Alexandre PARDOUX, Sciences Po
Laura GLODE, Sciences Po
Eva COMPAIN, Sciences Po
Mathilde GARONNAT, Sciences Po
Kollektive Intelligenz
Paul SCHWEIGHARDT, Universität Eichstädt
Laurie GILLET, Sciences Po
Till PLATEN, Sciences Po
Berfin YILDIRIM, Sciences Po
Julia ERB-DETTORI, Sciences Po
Kultur- und Kreativwirtschaft
Thais ROBLOT, Université de Lorraine
Niklas SCHULZ, Universität Passau
Elisabeth SPEYERL, Sciences Po
Nawal SOLH, Sciences Po
Emmanuel NICOLAS, Sciences PoO | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
35
ANHANG 2 DEUTSCH-FRANZÖSISCHER MINISTERRAT
Thematik Holz & WaldO | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
CONSEIL DES MINISTRES FRANCO-ALLEMAND
Thématique Bois & Forêt
Gemeinsamer Bericht des Ministère de l’Agriculture et de l’Alimentation und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
− −
1. Das bilaterale Engagement im Kampf gegen die globale Erwärmung verstärken
Wälder bieten Ökosystemdienstleistungen (Holzproduktion, Kohlenstoffbindung, Biodiversität, Bodenschutz, Wasserqualität,…) und haben somit einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen. Sie ermöglichen uns eine Anpassung an den Klimawandel: Wälder stellen nach den Ozeanen die wichtigste Kohlenstoffsenke dar und leisten damit einen Beitrag dazu, das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Wenn wir diese Ökosystemdienstleistungen bewahren wollen, müssen wir die Wälder an den Klimawandel anpassen. Ohne eine entsprechende Anpassung ist keine Abschwächung des Klimawandels durch den Forstsektor möglich.
Ganz allgemein und besonders im Kontext der aktuell zu beobachtenden Klimaänderungen ist es schwierig, Entscheidungen für eine ferne Zukunft zu treffen (die Umtriebszeit für einen Wald beträgt ca. 100 Jahre). Daher ist es notwendig, zu einem breiten Bündel an Lösungen zu gelangen, zu denen insbesondere der Vorschlag gehört, für eine Diversifizierung der Wälder zu sorgen.
Obwohl es in den französischen Wäldern insgesamt betrachtet zahlreiche Arten gibt, basiert ihre Bewirtschaftung doch häufig auf einer einzigen Art und Beständen derselben Altersgruppe (monokulturelle Altersklassenwälder). Die deutschen Wälder hingegen sind weniger vielfältig, werden dafür jedoch besser bewirtschaftet.
Mischwälder ermöglichen es, die Anfälligkeit gegen und die Schäden durch Insekten, Stürme, Trockenheit usw. zu reduzieren (Ereignisse, deren Intensität sich laut Prognosen durch den Klimawandel erhöhen wird). Des Weiteren ermöglichen sie eine Diversifizierung der Endprodukte (Nadelbäume für Bauholz und Laubbäume für Industrieholz und Energieholz; Mischung von Laubbäumen für Bauholz und Industrieholz, wie z. B. die Mischung Eiche/Buche).
Schließlich bieten die Mischwälder Flexibilität bei der Waldbewirtschaftung: mehr Arten, zwischen denen man künftig auswählen kann (angesichts der Unsicherheit über die Klimaentwicklung eröffnet sich so die Möglichkeit, der einen oder anderen Art den Vorzug zu geben, je nachdem ob sie für die jeweiligen Umweltbedingungen gut geeignet ist).O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
37
Die Bewirtschaftung als Dauerwald ermöglicht eine kontinuierliche Waldbedeckung und sorgt für eine Stabilisierung der Bestände, da diese so widerstandsfähiger gegenüber Klimaereignissen sind. Wenn sich die Dauerwälder im Gleichgewicht befinden, ermöglichen sie den Waldbesitzern regelmäßigere Einnahmen (und nicht nur am Ende der Umtriebszeit, also bei der Endnutzung). Mit ihnen lassen sich verschiedene Ökosystemdienstleistungen miteinander vereinbaren: Holzproduktion, Erholungsort für die Menschen, Kohlenstoffbindung, Bodenschutz usw. (Idee eines multifunktionalen Waldes).
Die Holz- und Forstwirtschaft benötigt Unterstützung beim Know-how; und zwar durch die Entwicklung von Partnerschaften zwischen den Akteuren in Forschung und Wirtschaft. Die Lösung bestünde hier darin, einen deutsch-französischen Lehrstuhl einzurichten: Die Forschung würde dann durch private Akteure finanziert (Centre National de la Propriété Forestière-CNPF, Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie usw.). Im Rahmen eines solchen Lehrstuhls würde Deutschland von Frankreich „lernen“, seine Wälder zu diversifizieren, und Frankreich würde „lernen“, seine Forst- und Holzwirtschaft zu optimieren, insbesondere durch die Kommunikation zwischen den Wirtschaftsakteuren im vorgelagerten und nachgelagerten Bereich des Sektors.
Angesichts der Unsicherheit über die Klimaentwicklung ist es notwendig, genauere Untersuchungen im Bereich der Klimaprojektionen und zur Reaktion der Wälder auf die sich verändernden Umweltbedingungen durchzuführen.
Schließlich bedarf es auch einer Unterstützung bei der nachhaltigen Bewirtschaftung, und zwar indem vor allem Anreize für die Zertifizierung gesetzt und zugleich die entsprechenden Verfahren vereinfacht werden (keine verpflichtenden, sondern sich auszahlende Standards).
2. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren auf allen Ebenen der Forst- und Holzwirtschaft verbessern
75 % der Wälder in Frankreich sind Privatwälder, in Deutschland sind es 48 %. Das bedeutet zugleich, dass es sich vorwiegend um Kleinbesitz handelt. Hieraus resultiert eine komplexe Situation im Hinblick auf die Möglichkeiten für eine einheitliche Optimierung der Waldbewirtschaftung, um beispielsweise die Ziele im Zusammenhang mit der Anpassung zu erreichen. Eine Lösung könnte darin bestehen, ein System für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse einzuführen, mitsamt einem entsprechenden Bewirtschaftungsplan, der mehrere Besitzer mit gegebenenfalls unterschiedlichen Zielen einbezieht. Eine solche Praxis gibt es bereits, allerdings mit vielen Auflagen. Daher sollte das Verfahren vereinfacht und eine Unterstützung in Form von Finanzhilfen und Betreuung eingeführt werden, um Anreize für solche Zusammenschlüsse zu schaffen. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse haben sich als eine effizientere Methode der Bewirtschaftung erwiesen, weil sie unter anderem die Umlage der Bewirtschaftungskosten gewährleisten (oder sogar der Kosten für die Aufforstung, wenn Wälder durch klimabedingtes Schlechtwetter geschädigt werden).O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
Die kleinen Sägewerke können sich im Wettbewerb mit den großen Betrieben (Sägewerk SIAT) kaum behaupten. Eine Lösung wäre der Zusammenschluss dieser Sägewerke beim Einkauf von Rohholz und beim Verkauf von Schnittholz (siehe z. B. das Markenlabel „Sélection Vosges“ in Frankreich). Der Zusammenschluss von Sägewerken würde es ermöglichen, zu geringeren Kosten innovativ zu sein, indem beispielsweise die einzelnen Betriebe jeweils unterschiedliche Maschinen für die Holzverarbeitung und -bearbeitung anschaffen (und diese untereinander verleihen).
Schließlich bedarf es auch einiger Innovationen bei den Werkzeugen für die Holzernte (manche Maschinen sind z. B. nicht für den Einschlag bei zu verarbeitendem Holz mit großen Durchmessern geeignet).
3. Sensibilisieren, kommunizieren und die Bevölkerung informieren
Die Nachfrage nach Erholungsangeboten (Menschen, die in den Wald gehen) steigt zunehmend. Diese Entwicklung steht jedoch häufig mit der Waldbewirtschaftung in Konflikt: z. B. Unverständnis für neue Formen der Bewirtschaftung (Totholz wird zur Förderung der Biodiversität im Wald gelassen, dynamischere Durchforstung). Daher ist es notwendig, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und aufzuklären, indem die verschiedenen Waldarbeiten erklärt werden. Zu diesem Zweck gilt es die Kommunikation mit Hilfe informativer Schilder und anderer didaktischer Maßnahmen zu verbessern.
Ein solcher Ökotourismus würde zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Waldbewirtschaftung und zur Förderung und Steigerung der Attraktivität der lokalen Wirtschaft beitragen.
4. Den Prozess der Harmonisierung von Naturräumen fördern
Für den Schutz der Fauna und Flora ist es wichtig, die Schaffung neuer zusammenhängender und durchgängiger Naturparks in den französischen und deutschen Grenzgebieten zu fördern und die bereits existierenden Naturräume weiterzuentwickeln und zu vergrößern.
5. Die Nutzung der Ressource Holz optimieren und weiterentwickeln
In der Forst- und Holzwirtschaft sind 440 000 Menschen beschäftigt (das sind mehr Arbeitsplätze als in der Automobilindustrie). Die Aufwertung unserer lokalen Arten (wie zum Beispiel der Buche in der Region Grand Est) würde zur Steigerung der Attraktivität der lokalen Wirtschaft beitragen. Darüber hinaus besteht eine echte Notwendigkeit, neue Absatzmärkte für die Endprodukte ausfindig zu machen (optimierte Nutzung von Laubbäumen für Bauholz). Das setzt neue Kompetenzen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze voraus, wodurch die Dynamik der Regionalentwicklung gefördert würde.
Schließlich sollten mehr Produkte aus Holz statt auf Basis fossiler Energieträger hergestellt werden (Ersetzen): Bauholz anstelle von Beton, Brennholz statt Heizöl, Holztische statt Tische aus Kunststoff, ... so wäre es möglich, die CO2-Emissionen zu reduzieren und infolgedessen den Klimawandel abzuschwächen. Die deutsch-französische Forst- und Holzwirtschaft sowie deren Produkte bieten ein großes Potenzial, das bislang nicht zur Gänze ausgeschöpft wird.O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
39
VORSCHLAG FÜR EINE CHARTA ZUR VERBESSERUNG DER
WIDERSTANDSFÄHIGKEIT DER DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN WÄLDER UND DER WETTBEWERBSFÄHIGKEIT DER FORST- UND HOLZWIRTSCHAFT
− −
Präambel
Wir, die Französische Republik und die Bundesrepublik Deutschland,
bemühen uns um Lösungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der französischen und deutschen Wälder,
sind uns der Herausforderungen, die mit der Forst- und Holzwirtschaft für das Klima und die Wirtschaft verbunden sind, bewusst,
sind im Hinblick auf den Klimawandel überzeugt vom Potenzial der
Ökosystemdienstleistungen von Wäldern,
sehen als Anknüpfungspunkt die im „Forest-MAP“ (Multiannual Implementation Plan) verankerte EU-Politik
und beschließen vor diesem Hintergrund, bei der Realisierung der europäischen Ziele zusammenzuarbeiten.
Daher verpflichten sich unsere beiden Regierungen, gemeinsam zu handeln, und sie stellen fünf Ziele zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der deutsch-französischen Wälder und der Wettbewerbsfähigkeit der Forst- und Holzwirtschaft auf.O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
1. Das bilaterale Engagement im Kampf gegen die globale Erwärmung verstärken
• Engagement für den Übergang zu einer flexibleren Bewirtschaftung, die besser geeignet ist, um auf den Klimawandel zu reagieren (Mischwald, Dauerwald)
• Gründung deutsch-französischer Forstinstitute und Aufbau von Netzwerken (nach dem Vorbild des NFZ.forestnet)
• Angebot von Schulungen für eine bessere Waldbewirtschaftung, um Verbesserungen bei der forstwirtschaftlichen Praxis zu erreichen (multifunktionaler Wald)
• Bereitstellung eines Budgets für die Aus- und Weiterbildung und umfangreichere Investitionen in die Forschung (Klimaprojektionen), in Abstimmung mit den europäischen Ausschüssen (SFC, CDG-FC, EG-FBI)
• Förderung von Projekten zum Thema Kohlenstoff, wie z. B. im Rahmen des Labels „Bas Carbone“ (Dekarbonisierung)
2. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren auf allen Ebenen der Forst- und Holzwirtschaft verbessern
• Einrichtung eines deutsch-französischen Lehrstuhls, der gemeinsam vom französischen und vom deutschen Staat sowie von Privatunternehmen finanziert wird und zusätzlich finanzielle Unterstützung durch die GAP erhält:
- Angewandte Forschung für eine besser auf den Klimawandel abgestimmte Forstwirtschaft und deren Umsetzung
- Förderung der direkten Kommunikation zwischen Wissenschaft und Waldbesitzern
- Mitwirkung von Vereinen bei der Vermittlung zwischen den verschiedenen Akteuren und den Bürgerinnen und Bürgern
• Förderung der Forstbetriebsgemeinschaften bzw. Waldbesitzervereinigungen im Sinne einer effizienteren Bewirtschaftung und für eine Umlage der Kosten, einhergehend mit einer Vereinfachung der behördlichen Verfahren für die Gründung solcher forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse
• Förderung des Zusammenschlusses kleiner Sägewerke im Sinne einer besseren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den großen Betrieben und zur Förderung der technologischen Innovation (Lösung angesichts des China Exports)
• Förderung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse durch:
- die Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit der Akteure in der Holzwirtschaft
- die Vereinfachung und Harmonisierung der behördlichen Verfahren© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS de Nancy
Innovation im Dialog
métropole
GranNancy Eurocité humaine =
41
3. Sensibilisieren, kommunizieren und die Bevölkerung informieren
• Zur Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Waldbewirtschaftung und zur Steigerung der Attraktivität der lokalen Wirtschaft:
- Informationskampagne im Rahmen des Ökotourismus mit informativen Schildern
- Einrichtung von Lehrpfaden und Themenwanderwegen unter der Ägide lokaler Vereine, sowie Maßnahmen von Vereinen (wie dem Vereinsnetzwerk „Centre permanent d’initiatives pour l’environnement“ (CPIE), das Aktionen zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung durchführt) zur Sensibilisierung, Schulung und Aufklärung
4. Den Prozess der Harmonisierung von Naturräumen fördern
• Für den Schutz der Fauna und Flora:
- Schaffung neuer zusammenhängender und durchgängiger Naturparks an der deutsch-französischen Grenze
- Förderung und Vergrößerung der bereits existierenden Naturräume
5. Die Nutzung der Ressource Holz optimieren und weiterentwickeln
• Auf das Ziel der Klimaneutralität hinarbeiten durch:
- eine Erhöhung der Mittel, die für die Untersuchung von Möglichkeiten zur Aufwertung der Endprodukte sowie für die Suche nach neuen Absatzmärkten bereitgestellt werden (optimierte Nutzung von Laubholz als Bauholz)
- Ersetzen der Produkte auf Basis fossiler Energieträger durch HolzprodukteO | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
43
ANHANG 3 Stellungnahmen und Vorschläge der referierenden Forscherinnen
und Forscher aus den Bereichen angewandte künstliche Intelligenz, neue (Bio-)Materialien, Wald und Holz© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS de Nancy
Innovation im Dialog
“brücken
, Nancy
1CY
2 =
métropole
GranNancy Eurocité humaine =
DIE DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN GESPRÄCHE VON NANCY 2019 INNOVATION IM DIALOG
Stellungnahmen und Vorschläge der referierenden Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen angewandte künstliche Intelligenz,
neue (Bio-)Materialien, Wald und Holz1
I. KÜNSTLICHE INTELLIGENZ2
− −
− − Prof. Philipp SLUSALLEK, Saarbrücken
− − Prof. Thomas FUCHS-BUDER, Nancy
− − Prof. Thierry BELMONTE, Nancy
− − Prof. Nico PFEIFFER, Karlsruhe
Ziel ist es, dass sich Partner in der Großregion [Saarland, Region Grand Est (Lothringen/ Elsass), Luxemburg sowie gegebenenfalls Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg] für den Aufbau eines „Europäischen Exzellenzzentrums für künstliche Intelligenz“ bewerben. Ein solches Exzellenzzentrum müsste nicht nur auf wissenschaftliche Exzellenz ausgerichtet sein, sondern zugleich auch als Basis für die Schaffung einer Modellregion dienen, die weltweit als attraktiv für die Umsetzung von Innovationen im Bereich der KI angesehen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, schlagen wir folgende Maßnahmen vor:
• Workshops zur KI und zu deren Anwendungen, organisiert in Nancy, Luxemburg, Saarbrücken und gegebenenfalls Karlsruhe, mit dem Ziel, die Machbarkeit einer Kooperation und der Erarbeitung eines gemeinsamen Vorschlags von Universitäten und Forschungszentren für ein europäisches Exzellenzzentrum zu klären (einschließlich der Möglichkeiten für die notwendige finanzielle Förderung auf nationaler und europäischer Ebene). Falls erforderlich können diese Workshops auch mit geeigneten Partnern aus Reutlingen unter Mitwirkung der Plattform Industrie 4.0 in Mulhouse organisiert werden, um die Möglichkeit einer Ausweitung des geplanten Zentrums in Richtung Oberrhein zu prüfen.
• OrganisationundDurchführung gemeinsamer Workshops zu den innovationsrelevanten Themenfeldern, um die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie über nationale Grenzen hinweg zu koordinieren. Zweckmäßige anwendungsorientierte Themen: autonomes Fahren und Mobilität, Industrie/verarbeitendes Gewerbe 4.0, KI in der Materialwissenschaft, im Gesundheitsbereich und im Finanzsektor sowie eine geeignete KI-Infrastruktur (HPC).
1 Im Kontext dieser Arbeiten, die im Rahmen der Überlegungen zu dem neuen europäischen Verflechtungsraum Region
Grand Est/Großregion/Baden-Württemberg angesiedelt sind, wurden bereits Ergebnisse verzeichnet, Initiativen angekündigt und mehrere für die Zukunft maßgebliche Dokumente erstellt. Diese konkreten Schritte sind in den Fußnoten aufgeführt.
2 Künstliche Intelligenz: Die Metropolregion Grand Nancy verfolgt mehrere Initiativen, von denen eine darin besteht, die in
Nancy vorhandenen wissenschaftlichen/universitären Kompetenzen im Bereich der künstlichen Intelligenz im weitesten Sinne zusammenzuführen, um eine gemeinsame Vorstellung vom Engagement der Metropolregion auf diesem Gebiet zu erhalten.(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
utlingen
45
• Anschubfinanzierung für gemeinsame Projekte mehrerer Standorte und falls erforderlich für die Planung und Durchführung der Organisationszwecken dienenden Workshops sowie der thematischen Workshops.
• Finanzierung eines gemeinsamen Projekts der Standorte des KI-Exzellenzzentrums zur Realisierung eines automatischen Personentransportsystems für die Studierenden und die Forscher/-innen. Ein solches System soll dem Zweck dienen, nicht auf das äußerst schlechte Angebot im öffentlichen Verkehr zwischen diesen Standorten angewiesen zu sein (eventuell in Zusammenarbeit mit ZF, iMotion oder anderen).
Öffentliche Maßnahmen der Unterstützung und Begleitung:
• Die Großregion Saar-Lor-Lux, gegebenenfalls erweitert auf den neuen „europäischen Verflechtungsraum“ – eine grenzüberschreitende Modellregion für die Einführung innovativer Technologien der KI und für deren Anwendung, einschließlich eines gemeinsamen Labels (z. B. „KI first“)
• Unterstützungsschreiben der politischen Entscheidungsträger/lokalen Führungskräfte des „europäischen Verflechtungsraums“ für das Projekt „Europäisches Exzellenzzentrum für künstliche Intelligenz“
• Politische Koordination/regelmäßige Runde Tische der drei Länder Deutschland/ Frankreich/Luxemburg zur KI, mit Teilnahme der betroffenen Forscher/-innen.
II. WERKSTOFFE/MATERIALIEN1
− −
− − Prof. Thierry BELMONTE, Nancy
− − Prof. Katja SCHENKE-LAYLAND, Reutlingen,
− − Prof. Hugo HÄMMERLE, Reutlingen
In dem großen europäischen Verflechtungsraum Region Grand Est/Baden-Württemberg/ Rheinland-Pfalz/Saarland/Luxemburg/Wallonie gibt es drei europäische Exzellenzzentren für die Materialwissenschaften: das Institut Jean Lamour (IJL) in Nancy, das NMI (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen mit angewandter Forschung und Entwicklung an der Schnittstelle von Lebens- und Materialwissenschaften) in Reutlingen (BW) und das INM (Leibniz-Institut für Neue Materialien) in Saarbrücken (Saarland). Das IJL ist insbesondere in den Bereichen Werkstoffe, Verfahren und Gesundheit tätig und befasst sich daher mit den Materialien für das Gesundheitswesen und mit Holz – zwei zentrale Sektoren für eine Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg.
1Werkstoffe/Materialien:
• Prof. Schenke-Layland, Leiterin des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts NMI an der Universität Tübingen mit Sitz in Reutlingen, hat an das Institut Jean Lamour (IJL)/Prof. Belmonte eine Einladung zu einem ausgedehnten Besuch und einem regelmäßigen Austausch geschickt.
• Derzeit wird zusammen über eine gemeinsame Antwort auf eine deutsch-französische Ausschreibung der ANR (Agence nationale de la recherche) und des ZIM nachgedacht.© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS de Nancy
Innovation im Dialog
métropole
GranNancy Eurocité humaine =
d natuürlicher
unkten denkbar:
Im Gesundheitsbereich sind unter anderem folgende zukunftsträchtige Themen von Relevanz, bei denen sich gegenseitig ergänzende Kompetenzen des IJL und seiner Partner jenseits der Grenze zu verzeichnen sind:
Nano- und Biomaterialien für den Gesundheitsbereich: Einsatz von Nanopartikeln für die Vektorisierung in der Medizin oder für die Ermittlung der mit diesen Materialien verbundenen toxikologischen Wirkungen, für Implantate und Prothesen sowie für In- vitro-Testsysteme in Verbindung mit dem 3D-/4D-Druck und für Biopolymere
Neue Technologien für die Verarbeitung der neuen Materialien: Elektrospinnen
Biomaterialien: Weiterverfolgung der Entwicklung synthetischer und natürlicher Materialien für medizinische Anwendungen
Lebende Materialien: Modellierung und Simulation von Organen und Herstellung künstlicher Organe für eine Implantation; Entwicklung neuer Technologien zum Testen der Materialien: Diagnostik ohne Zellmarker (z. B: für die Zelltherapie), von Werkstoffen (z. B. Medizingeräte) und Implantaten; Genehmigung neuer Materialien.
Mikro- und Nanosysteme, Metamaterialien: Entwicklung neuer Generationen von Mikrosensoren, Mikrofluidvorrichtungen und photonischen Vorrichtungen sowie Weiterentwicklung der Mechanobiologie
Elektronische Geräte: Entwicklung von Architekturen, Messsystemen und (Bio)sensoren, die es ermöglichen, Informationen für die Betreuung und Überwachung von Patientinnen und Patienten zu sammeln und weiterzugeben
Im Bereich Holz sind Kooperationen insbesondere bei folgenden Punkten denkbar:
Nachwachsende Materialien und ihre Anwendungen: Produktion von Materialien mit hohem Mehrwert für die Energiegewinnung und die Umwelt, durch die Synthese elastischer Schaumstoffe, superisolierender organischer Aerogele, biobasierter zellulärer Monolithe, die insbesondere für die Speicherung von Wärmeenergie, die Energierückgewinnung, die elektrochemischen Kondensatoren und die Produktion von Elektroden für die katalytische Sauerstoffreduktion in Brennstoffzellen nützlich sind (siehe auch den nachstehenden Punkt 5).
Um diese Möglichkeiten für Kooperationen zu bewerten und die jeweilige Zusammenarbeit dann gegebenenfalls auf den Weg zu bringen und zu unterstützen, wurden folgende Maßnahmen festgelegt:
• Organisation von Workshops und Besuchen vor Ort für die Forscher/-innen
• Aufbau eines deutsch-französischen Netzwerks von Partnerunternehmen (für eine Finanzierung aus öffentlichen und privaten Drittmitteln, aber auch für Anwendungsgebiete und Möglichkeiten der Verwertung)
• Suche nach deutsch-französischen (ANR-ZIM), regionalen/nationalen und europäischen Fördermitteln© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS de Nancy
Innovation im Dialog
lancy und Grand Est
Nancy
Freibourg
Braunschweig
Nancy und É
métropole
GranNancy Eurocité humaine =
47
III. WALD UND HOLZ1
− −
− − Dr. Erwin DREYER, Nancy und Grand Est
− − Dr. Meriem FOURNIER, Nancy
− − Prof. Konstantin von TEUFFEL, Freibourg
− − Prof. Bohumil KASAL, Braunschweig
− − Prof. Alain CELZARD, Nancy und Épinal
Die Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy 2019 haben deutlich gemacht, dass zwischen Frankreich und Deutschland im Bereich Forschung und Innovation für den Wald und die Forst- und Holzwirtschaft eine stärkere Zusammenarbeit erforderlich ist. Das von der Metropolregion Grand Nancy und den beteiligten südlothringischen Gebieten getragene Projekt „Des Hommes et des Arbres : les racines de demain“ (Mensch und Baum – die Wurzeln von morgen) bietet einen erfolgversprechenden Rahmen für den weiteren Ausbau dieser Zusammenarbeit. Wie aus dem Unterstützungsschreiben des Präsidenten des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, hervorgeht, hat die Ressource Wald in unseren deutschen und französischen Gebieten eine vergleichbare Größenordnung, und auch die Erwartungen an diese Gebiete im Hinblick auf mögliche Antworten auf die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beim ökologischen, digitalen und gesellschaftlichen Wandel sind vergleichbar:
• die Klimaerwärmung abschwächen (die Forst- und Holzwirtschaft ist der einzige Sektor, der CO2 aufnimmt, anstatt es abzugeben; er ermöglicht es, die auf fossilen Rohstoffen basierenden Materialien und Energien durch erneuerbare Materialien und Energien zu ersetzen);
• Arbeitsplätze vor Ort schaffen, indem die mit der Natur und der Forst- und Holzwirtschaft zusammenhängenden Berufe durch ein steigendes Umweltbewusstsein und die Möglichkeiten der Digitalisierung modernisiert werden und dabei eine durchgehende Wertschöpfungskette geschaffen wird;
• für das Wohlbefinden einer Gesellschaft sorgen, die sich Bäume, Holz und Naturlandschaften wünscht, die Ökosysteme erwartet, die gut bewirtschaftet werden und widerstandsfähig gegen Klima- und Gesundheitskrisen sind, und die eine nachhaltige Bodennutzung fordert, bei der gleichermaßen auf die Produktivität und die Empfindlichkeit der Ökosysteme geachtet wird.
1Wald und Holz:
• Schreiben zur Unterstützung des Projekts „Des Hommes et des Arbres“ (Mensch und Baum) von Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates DFWR, an den Präsidenten der Metropolregion Grand Nancy, André Rossinot; Anhang 1
• Detaillierter Vorschlag für ein deutsch-französisches Programm zur Nutzung von Holz als nachwachsendem Rohstoff (NAWARO); Anhang 2
• Schreiben des Präsidenten der Metropolregion Grand Nancy, André Rossinot, an Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Un- terstützung der Aufnahme einer Priorität Wald/Holz in die Frankreich-Konzeption des Bundeslandes Baden-Württemberg; Anhang 3O | KZ métropole L FRA NC Ô © À LLEMAN DS GraneNancy de Nancy CA
Innovation im Dialog
Anfänge einer solchen Zusammenarbeit sind in unseren Gebieten bereits vorhanden: Das Netzwerk NFZ.forestnet Nancy-Freiburg-Zürich1, das Labex ARBRE (2012-2023), die Exzellenzinitiative I-SITE der Universität Lothringen und das aus dem Aufruf zur Interessenbekundung „Territoire d’Innovation de Grande Ambition“ hervorgegangene Projekt „Des Hommes et des Arbres“ (Bäume und Menschen) leisten einen aktiven Beitrag zur Zusammenarbeit. Es bedürfte jedoch einer Intensivierung dieser Bemühungen, insbesondere im Hinblick auf Innovationen im Bereich der Forstwirtschaft und eine Aufwertung der Produkte und Leistungen der Wälder, was ein vielfältiges und umfangreiches Kooperationsprogramm in hohem Maße rechtfertigen würde. Dabei könnte man sich insbesondere auf das Programme National de la Forêt et du Bois (nationales Programm für die Forst- und Holzwirtschaft) in Frankreich und auf die ehrgeizigen Programme in den deutschen Bundesländern stützen.
Ein solches Kooperationsprojekt würde demnach folgende wissenschaftliche Themen abdecken:
1. Die Bäume und die sie besiedelnden Mikroorganismen (pathogene bzw. symbiotische), Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit: Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren Vermittlung an Fachkräfte im Bereich der Forstwirtschaft und der Regionalplanung
2. Erneuerung der Wälder angesichts des Klimawandels: neue Baumarten, neue Methoden der Waldbewirtschaftung, neue Produktionsmodelle, neue (digitale) Monitoringsysteme
3. Bewertung, Erhaltung und wirtschaftliche Nutzung der Biodiversität und der Ökosystemdienstleistungen
4. Nutzung der Laubbäume als Bauholz: Qualität der Ressource, Automatisierung, BIM (Building Information Modeling), Tests und Demonstrationsprojekte
5. Neue Verfahren, biobasierte Materialien aus Fasern und Molekülen, die aus Holz gewonnen werden (siehe auch vorstehend den Abschnitt „Werkstoffe/Materialien“)
6. Territoriale Vorausschau und Kreislaufwirtschaft: CO2-Bilanz bzw. Treibhausgasbilanz der Böden und der Ökosysteme, Umweltauswirkungen und wirtschaftliche Folgen der Entwicklungsszenarien für die Waldgebiete
7. Ökologischer Wandel der Gebiete und Vertrag Wald-Forst-/Holzwirtschaft-Gesellschaft.
Um über die Forschungsprojekte hinauszugehen, wäre es erforderlich, innerhalb der DHDA die finanziellen Mittel für ein Gremium zu mobilisieren, das ständig mit den Wissenschaftlern einerseits und den Nutzern der wissenschaftlichen Erkenntnisse (Weiterbildungen, Fachkräfte und Regionen) andererseits arbeitet, und zwar im Sinne einer grenzübergreifenden gegenseitigen Bereicherung.
1 An der Vorbereitung des Themenblocks Wald und Holz der Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy wirkte die Eidgenös-
sische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Gestalt von Prof. Rigling, für Walddynamik zuständiges Mitglied der Direktion der WSL, und von Prof. Gessler, Leiter des Forschungsprogramms Walddynamik des WSL, mit.(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
49
Im Rahmen der Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy wurde ferner unter Federführung des WKI (Fraunhofer Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut in Braunschweig) ein Vorschlag für ein konkretes Projekt zu den Themen 4 und 5 vorgelegt: „WERKSTOFFE DER ZUKUNFT AUF DER GRUNDLAGE NACHWACHSENDER ROHSTOFFE/ NAWARO“, das sich in die Grundausrichtungen der jeweiligen Maßnahmen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, FNR, und der frz. Agentur für Arbeit ADEME einfügen würde.
DOKUMENT 1
− −
Unterstützungsschreiben von Herrn Georg SCHIRMBECK, Präsident des DFWR, an den Präsidenten der Metropolregion Grand Nancy, André ROSSINOT, für die DHDA (auf die Bitte von Herrn ROSSINOT hin)
« Sehr geehrter Präsident Rossinot,
ich möchte Ihnen noch einmal herzlich danken, für Ihre Einladung nach Nancy im März 2019 und für die Gelegenheit, dass ich beim Innovationsdialog „Entretiens franco- allemands“ sprechen konnte.
Sehr gerne möchte ich Ihnen als Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates die Hand reichen, um die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland im Themenbereich Forstwirtschaft und Holzverwendung weiter zu intensivieren.
Mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat haben Sie einen starken Partner an Ihrer Seite. Wir sind die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland. Wir geben dem grünen Drittel Deutschlands – also 11,4 Millionen Hektar Waldfläche – sowie den rund zwei Millionen Waldbesitzenden eine Stimme. Sehr gerne unterstützen wir Sie mit unserem Netzwerk und unseren Kontak- ten bei allen Fragen zu Wald, nachhaltiger Forstwirtschaft und innovativer Holzverwendung.
Der Klimawandel hat gravierende Folgen für den Wald, die Waldbesitzenden sowie die Forst- und Holzwirtschaft. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat bekennt sich zum Pariser Kli-maabkommen. Wir müssen uns gemeinsam für noch mehr Klimaschutz engagieren und uns international für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung einsetzen, um alle CO2- Speicherpotenziale auszuschöpfen. Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam in Europa und in enger deutsch-französischer Kooperation lösen. Wir müssen nicht nur unsere Wälderan den Klimawandel anpassen, sondern auch eine gemeinsame Waldpolitik neu daran ausrichten.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat möchte seinen Teil dazu beitragen und die deutschfranzösische Vernetzung weiter intensivieren. Deshalb unterstützt der Deutsche Forstwirtschaftsrat die Erklärung von Nancy 2019 und das Projekt „Des hommes et Arbres“.
Wir freuen uns auf eine gemeinsame forstpolitische Zukunft.
Mit den besten Grüßen aus Berlin
Georg Schirmbeck (Präsident) »
11. April 2019(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
DOKUMENT 2
− −
„WERKSTOFFE DER ZUKUNFT AUF DER GRUNDLAGE NACHWACHSENDER ROHSTOFFE/ NAWARO“, Vorschlag von Prof. KASAL für eine konkrete deutsch-französische Kooperation
HERAUSFORDERUNG
Rund sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde, Tendenz steigend. Rund 5,9 Milliarden leben in Entwicklungsländern. Das weltweite Bevölkerungswachstum führt zu weltweit steigender Nachfrage nach Bau- und Rohstoffen. Mehr als 60 Mrd. Der Wettbewerb um Rohstoffe zwischen Industrie- und Schwellenländern wird sich verschärfen. Das hohe Niveau der Industrialisierung in Deutschland und Frankreich, sowie die hohe Produktivität in beiden Ländern erfordern daher mittelfristig eine effektive Nutzung der Rohstoffe, um deren Verfügbarkeit für die Industrie langfristig zu gewährleisten. Die Verfügbarkeit von 14 von der Industrie stark nachgefragten Rohstoffen hat eine Expertengruppe der EU- Kommission bereits als kritisch eingestuft. Hier gilt es anzusetzen.
ZIEL – NACHHALTIGE GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und steigender Industrialisierung müssen nationale (europäische) Ressourcen effizienter genutzt werden. Nachwachsende Rohstoffe »NawaRo« spielen hierbei eine zentrale Rolle für eine klima-, umwelt- und naturschonende Produktion und gesellschaftlichem Wohlstand. Zukunftswerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, vor allem aus Holz, schaffen neue Arbeitsplätze auch in strukturschwachen und von Abwanderung geprägten ländlichen Regionen und begünstigt eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete gesellschaftliche Entwicklung – in Europa sowie in Schwellenländern.
LÖSUNG – ZUKUNFTSWERKSTOFFE MIT NAWARO
Der effektiven Nutzung dieser Rohstoffe, als industriell vielseitige Werkstoffe, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. NawaRo können vom Bau- und Werkstoff bis hin zum Energieträger die vielfältigsten Aufgaben erfüllen. Eine stärkere Nutzung natürlicher Eigenschaften von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen für neue funktionelle Materialien, Werk- und Baustoffe bietet weitere Ansatzpunkte für den Einsatz von NawaRo.
Der Einsatz von NawaRo ist ein Baustein zur Erhöhung der volkswirtschaftlichen Ressourceneffizienz. Neue Materialien aus Holz und anderen Pflanzen, sowie eine nachhaltige Forstwirtschaft sind für Deutschland, Frankreich, Europa und International von ökonomischer, ökologischer und sozialer Bedeutung. Aufgrund der vielseitigen Nutzbarkeit und Reclyclingfähigkeit von Holz / NawaRo sind die folgenden Themen von Relevanz:
− − Hybride (Leicht-) Bautstoffe
• in Verkehrsmitteln, zu Lande, zu Wasser und in der Luft
• im Möbelbau
• mit integrierten Funktionen
• als holzfaser- und furnierbasierte Werkstoffe und Bauteile
• intelligente Textilien aus Hanf oder Flachs für Smart-Home-Anwendung© Les entretiens FRANCO-ALLEMANDS de Nancy
Innovation im Dialog
métropole
GranNancy Eurocité humaine =
51
− − Neue Materialein aus Holz
• Chemische Komponenten
• Nanozellulose
• Lignin als Rohstoff
• Superleichte Materialien
− − Holz im Bau
• Reaktive Brandschutzsysteme
• Hybride Konstruktionen / Leichtbau
• Leichte Flächentragwerke
• Werkstoffe für dynamische Beanspruchung
• CO2-Einsparpotenziale
• Materialeinsparung / Materialeffizienz
− − Waldqualität und Holznutzung
• Produktorientierte Forstwirtschaft und Identifikationsmethoden
• Verbindung zwischen Zuchtmethoden, Genetik, Waldmanagement und Holz- eigenschaften
• Rohstoffeffizienz durch Altholzverwertung, Recycling, Molecular Sorting, etc.
EMPFEHLUNG
Um die Chancen durch NawaRo industriell zu nutzen, sind Kooperationen mit Wissenschaftseinrichtungen und Hochschulen sowie Innovations- und Forschungstransfers wichtig. Dafür braucht es speziell auf diese Holzwerkstoff-Forschung zugeschnittene Förderprogramme. Die (Holz-)werkstoffwissenschaft ist ein essentieller Pfeiler für die Wettbewerbsfähigkeit der (deutsch-französischen) Industrie. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag, um durch gesteigerte Materialeffizienz, neue Werkstoffe und Werkstofflösungen die Position deutscher und französischer Unternehmen zu sichern und auszubauen.
Der Wohlstand der Industriestaaten ist wiederum mit der Entwicklung in den Schwellen- und Entwicklungsländern verknüpft. Technologietransfer frugaler Technologien leistet in Schwellenländern einen wertvollen Beitrag, Zukunftsperspektiven zu schaffen, regionale NawaRo für neue Werkstoffe zu nutzen und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Frankreich kommt bei diesem Technologietransfer aufgrund seines Weltranges und seiner partnerschaftlichen Position, z.B. in Afrika und kann eine Vorreiterrolle einnehmen, um umweltfreundliche, robuste und ressourcensparende Technologien weltweit zu etablieren.
FINANZIERUNG
Der Fokus liegt auf der angewandten Forschung und Entwicklung von Produkte und Technologien aus NaWaRo insbesondere aus Holz, bzw. für die Verarbeitung von NaWaRo. Entsprechend thematisch zugeschnittene Ausschreibungen für nachhaltige Nutzung, Verarbeitung und Anwendung von Holz- und Naturwerkstoffen sollten sich an der bereits seit 2007 etablierten ANR/DFG-Antragsstellung (Agence Nationale de la Recherche (ANR) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit) orientieren und maximal 20 Seiten umfassen. Die Finanzierung dieser bilateralen Projekte liegt in der Eigenverantwortung der Projektpartner. Fördermittel sind auf nationaler Ebene in den jeweiligen Heimatländern der Projektpartner zu beantragen. Zuständig wären z.B. die Ministerien der Partnerländer Frankreich und Deutschland (z.B. BMBF), die jeweils die nationalen Konsortien fördern.(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
DOKUMENT 3
− −
Schreiben des Präsidenten der Metropolregion Grand Nancy, André ROSSINOT, an Ministerpräsident Winfried KRETSCHMANN zur Unterstützung der Aufnahme einer Priorität Wald/Holz in die Frankreich-Konzeption des Bundeslandes Baden-Württemberg
« Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die Beziehungen zwischen Nancy und Südlothringen auf der einen und Baden- Württemberg auf der anderen Seite sind vielfältig und haben eine lange Geschichte. Hierfür steht exemplarisch die Städtepartnerschaft zwischen Karlsruhe und der Stadt Nancy, deren Bürgermeister ich war.
Vor diesem Hintergrund hat die inzwischen zum Ballungsraum zusammengewachsene Metropolregion Grand Nancy, der neben der Region Grand Est neue Zuständigkeiten insbesondere in den Bereichen Hochschulwesen, Forschung, Innovation sowie Wirtschafts- und Unternehmensförderung übertragen wurden, beschlossen, eine Baden- Württemberg-Initiative („Ambition Bade-Wurtemberg“) zu verfolgen.
Diese Initiative nahm bei den Deutsch-Französischen Gesprächen von Nancy 2018 erstmals Gestalt an und wurde auf der Reise einer großen Delegation aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nach Karlsruhe, Freiburg, Reutlingen und Tübingen im Oktober vergangenen Jahres sehr pragmatisch weiterentwickelt. Nun sollen im Rahmen der zweiten Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy am 13., 14. und 15. März 2019 und der konkreten Weiterverfolgung der hier entstandenen Ideen neue Projekte entwickelt werden.
Natürlich sollte dafür gesorgt werden, dass unsere Baden-Württemberg-Initiative und die Frankreich-Konzeption, die derzeit von Ihrer Regierung erarbeitet wird, möglichst weitreichend aufeinander abgestimmt sind.
Daher möchte ich Ihre Aufmerksamkeit vor allem auf einen Bereich lenken, der mir besonders wichtig ist.
Es handelt sich um die Forst- und Holzwirtschaft und die Möglichkeiten für eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit, die sich in diesem Sektor aufgrund der bei uns jeweils vorhandenen herausragenden Kompetenzen auf dem Gebiet der Forschung bieten. Von der Aufwertung der Laubwälder bis hin zur Reaktion auf die drängenden Klimafragen, vom Erhalt unserer traditionellen Landschaften bis hin zu den Erwartungen der Gesellschaft ... es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Handlungsfelder, die für eine in allen ihren Dimensionen nachhaltige und ausgewogene Entwicklung von wesentlicher Bedeutung sind.
5. März 2019(\) © métropole
FRANÉ O0. 4 LLEMAN DS GranNancy e Nancy
Innovation im Dialog
»,
53
Die Metropolregion Grand Nancy beteiligt sich aktiv an dem Projekt „Des Hommes et des Arbres ; les racines de demain“ (Mensch und Baum – die Wurzeln von morgen), das entwickelt wurde, um unseren Raum zu strukturieren und seine Beziehungen zu den deutschen Partnern rund um diese für die Umwelt und den Menschen bedeutenden Herausforderungen zu gestalten. Unser Partner, das Regionalzentrum Grand Est-Nancy des auf Agrarforschung spezialisierten Institut National de la Recherche Agronomique, arbeitet eng mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt zusammen, und wir wären sowohl in wissenschaftlicher als auch politischer Hinsicht sehr interessiert daran, das Projekt einer Aufwertung der Laubwälder zu begleiten, das Gegenstand Ihres Regierungsprogramms für die laufende Legislaturperiode ist.
In diesem Sinne könnte die von mir vorgeschlagene Integration einer Säule „Forst- und Holzwirtschaft“ in die Frankreich-Konzeption also durchaus eine nützliche Bereicherung sein.
Bei gleichzeitiger Anerkennung und Unterstützung der bestehenden Kooperationen und ihrer Entwicklungsperspektiven würde eine solche Integration auch durch konkrete und schnelle Maßnahmen flankiert. Dies könnte zudem einen gemeinsamen Zugang zu den europäischen Programmen (darunter INTERREG Großregion und Oberrhein) erleichtern, wodurch sich das gesamte Entwicklungspotenzial nutzen ließe, das durch die Schaffung der Region Grand Est entstanden ist.
Für das Interesse, das Sie diesem Vorschlag entgegenbringen, danke ich Ihnen im Voraus und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
André ROSSINOT ».Eine Initiative von
métropole
Gran Nancy Eurocité humaine =
nter aktiver Mitwirkung von
=
DEPARTEMENT ÉZ
'n CCI GRAND NANCY ps a 6 © co ww OFAJ F2 1. Gi sms Qzrax [4 SciencesPo. (Cy pr SR
In Partnerschaft mit
” à chere ve cocrtanes more
d = DGAI : : onrraermas veueco cames DE ‘. EUR+PE
ASK on, DS
PROCHAINE ÉDITION / 13 ET 14 FÉVRIER 2020
NÄCHSTE AUSGABE / 13. UND 14. FEBRUAR 2020 − −
CCI de Grand Nancy Métropole Meurthe-et-Moselle
53 rue Stanislas à Nancy
− −
Contact : / Kontakt:
efan@grandnancy.eu
Une initiative proposée par /Eine Initiative von
Avec le concours actif de / Unter aktiver Mitwirkung von
En partenariat avec / In Partnerschaft mit